Persönliche Einblicke in eine turbulente Zeit

Obacht: Heute ein etwas ungewöhnlicher Blogbeitrag unsererseits … vom Umfang und vom Inhalt. Es war an einem schönen Frühlingsmorgen ca. vor 8 Wochen. Voller Euphorie und Vorfreude aufgestanden – alles für den Notartermin vorbereitet. In diesem Blogbeitrag wollen wir euch ein paar persönliche Einblicke in eine ziemliche turbulente Zeit von indicap geben.

Nach reichlich Überlegung und vielen Diskussionen haben wir ungefähr 12 Monate nach dem go-live von indicap den Entschluss gefasst, das Projekt Vollzeit auszuüben und das Einzelunternehmen in die hochgrat textil GmbH umzuwandeln. Das erste Jahr war geprägt von unzähligen Höhen und Tiefen, Niederschlägen und Glücksmomenten. Als wir das Erlebte in einer ruhigen Minute reflektiert haben ist uns bewusstgeworden, dass wir noch nie so glücklich und erfüllt waren. Es ist einfach ein wunderbares Gefühl, morgens mit einem Grinsen aufzuwachen – voller Tatendrang und Ambitionen, die Welt wenigstens ein Stückchen besser zu machen. Zunächst als Nebenprojekt gestartet, ist es für uns nun an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen und unserem Lebenstraum mehr Zeit zu schenken. Das Feedback von euch hat uns gezeigt, dass noch weitaus mehr Potenzial in indicap steckt.

Kurzer Rückblick über die letzten Monate

Begonnen hat alles mit der Idee der weltweit ersten Caps komplett aus natürlichen Materialien. Nach der Konzept-Entwicklung von indicap im Rahmen meiner (Adrian) Masterarbeit lag der Fokus erst mal auf der Lieferantensuche und dem Finden von Materialalternativen zu synthetischen Bestandteilen herkömmlicher Caps. So war uns schnell klar, dass ein wasserabweisendes Kartonschild als Alternative zum üblichen Plastikschild eingesetzt werden muss. Der Plastikverschluss und die synthetische Bügeleinlage, die die Cap am Vorderteil stabiler macht, waren weitere Bestandteile, die unserer Meinung nach mit Naturmaterialien ersetzt werden mussten. Naturfilz und Echtholz haben Abhilfe geschafft.

Nachdem unser Design nach massenweise Mustern gefunden war, gingen wir im März 2019 online. Mit Caps aus 100% Baumwolle, produziert in einer kleinen Produktionsfirma in Polen.

Heute – nach vielen „Anfänger“-Fehlern wie bspw. dem Bestellen von brüchigen Holzverschlüssen, die leider so nie eingesetzt werden konnten oder unleserlichen Holzemblemen sowie etlichen grauen Haaren mehr – blicken wir voller Stolz in unsere kleine Manufaktur im Allgäu und können behaupten, dass wir die wohl fairsten und hochwertigsten Caps überhaupt komplett selbst in Handarbeit herstellen. Vom Oberstoff bis hin zum Garn aus Bio-Baumwolle wollen wir eurer Haut nur die verträglichsten Materialien zumuten.

Die vergangenen Wochen werden wir wohl so schnell nicht vergessen

Doch nun zurück zum Tag der besagten GmbH-Gründung. Alles schien perfekt. Ohne Komplikationen war die Tinte nach wenigen Minuten auf dem Papier. Und dann, wenige Tage später … dann kam Corona in unser aller Leben. Schnell kamen erste Zweifel auf. War das wohl der falsche Schritt? Ist die investierte Kohle nun futsch? Natürlich waren die Menschen gerade zu Beginn der Pandemie vorsichtiger und auch wir merkten das natürlich direkt an unseren Zahlen. Wieso gerade jetzt? Doch wir hatten das große Glück, die Zeit durch die Flexibilität unserer eigenen Produktion und unsere Bio-Stoffe mit umweltfreundlichen und hochwertigen Masken zu überbrücken. Wir haben hauptsächlich soziale Einrichtungen, Gemeinden sowie Apotheken ausgestattet. Im Nachhinein sind wir unendlich dankbar, dass wir diese Möglichkeit hatten. Nun kehrt wieder etwas Normalität ein und wir werden am 15.06. unsere ersten Kindercaps auf den Markt bringen. Doch darum soll es heute gar nicht gehen…

Unsere Caps gibt es jetzt auch für Kids!

Die perfekte Zeit, um über das Leben nachzudenken

Im Verlauf der letzten Wochen kam es zu einem regelrechten Wechselbad der Gefühle. Hattest du auch mal einen Moment, an dem du alles angezweifelt hast?

Doch nach einigen verschwendeten Gedanken fragten wir uns: Ist es wirklich so schlimm, einfach ein paar Tage zuhause zu bleiben und den Kontakt auf den engen Kreis zu beschränken? Ist der Trubel der letzten Jahre wirklich essenziell? Schnell wurde uns klar, dass es andere Menschen deutlich härter trifft als unsere Wohlfühl-Gesellschaft (uns mit einbegriffen) … wieso denkt kaum jemand an die Millionen hungernden Menschen in Afrika, die durch Corona keine Spenden mehr erhalten haben? Wer denkt an die Menschen in Hospizen, die in ihren letzten Lebensstunden ihre Enkelkinder nicht mehr zu Gesicht bekommen? Das sind nur wenige Beispiele wirklich tragischer Schicksale.

Beim Abschweifen in diese Sphären wird einem sehr schnell klar, dass das selber Wahrgenommene doch nicht so unerträglich ist, wie es zunächst schien – ganz im Gegenteil. In so einer schwierigen und turbulenten Zeit hat man die Möglichkeit, sich aufs wirklich Wesentliche zu konzentrieren und für sich selbst herauszufinden, auf was es einem im Leben wirklich ankommt. Plötzlich lernt man auch die einfachen Dinge im Leben wieder zu schätzen…

Bspw. wie gut eine einfache Umarmung tut. Die Großeltern nach Wochen wieder zu sehen. Auf die „guten“ alten Zeiten anzustoßen. Bergluft zu schnuppern. Durch den Park zu schlendern. Einfach ein Eis essen zu gehen.

Jede noch so schlimme Krise geht vorbei und man sollte so gut es geht stärker aus der schwierigen Situation herausgehen. Lasst uns doch gemeinsam dafür sorgen, dass die Zukunft positiv gestaltet wird. Jeder kann seinen Beitrag  – auf welche Art und Weise auch immer – leisten.

Irgendwie mussten diese Gedanken eines „jungen“ Gründer-Teams aus dem Allgäu einfach raus. Macht es gut und bis bald.

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