Xenia und Stefan entdecken die Welt #2

Im zweiten Teil der Blog-Reihe von Xenia und Stefan (@travelbohos) erzählen die beiden von ihren ersten Monaten in Down Under. Neben Erlebnissen und Jobs in Sydney geht es dieses Mal um die Umsetzung eines Camper-Umbaus. Dem Reisen auf vier Rädern steht nun nichts mehr entgegen. 

Seit mittlerweile dreieinhalb Monaten befinden wir uns mit dem Working Holiday Visum in Australien. Für uns war klar, dass wir uns nach der Ankunft in Sydney schnellstmöglich um einen Job und ein Auto kümmern müssen. Nachdem wir unser Jetlag überwunden hatten, haben wir neben der Job- und Autosuche die Zeit genutzt, um Sydney ein wenig zu erkunden. Sofort wurde ersichtlich, dass es ziemlich Multi-Kulturell zugeht und Menschen aller möglichen Nationen in Sydney leben. Besonders gefallen haben uns die grünen Parks, die es in und um Sydney herum gibt. Außerdem ist es nicht weit zu den Stränden, sowie in die Berge Richtung Landesinnere. Wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, sind die Waldbrände dieses Jahr extremer als in den vergangenen Jahren. In Sydney sind wir zwar nicht direkt davon betroffen, es gibt aber immer wieder Tage, an denen die Stadt in Rauch gehüllt, die Skyline nicht mehr zu sehen ist und es entsprechend danach riecht.

sydney

Nachdem ursprünglich geplant war, Sydney schnell den Rücken zu kehren und auf einer Farm zu arbeiten, gestaltete sich jedoch der Kauf eines Autos schwer und wir fanden in Sydney bereits nach einer Woche einen Job, sodass wir entschieden zuerst einmal in der Stadt zu bleiben. Wir arbeiten nun bereits seit drei Monaten bei einer Event Hire Company, die von Zelten über Möbel bis zum Besteck alles für jegliche Events zum Verleihen anbietet. Xenia hat ihren Platz in der Küche schnell gefunden, während Stefan immer wieder zwischen Lagerarbeit, Auslieferungen, Abholungen und Auf- bzw. Abbau von Events wechselt. Für Xenia war es zu Beginn ziemlich hart das stinkende, dreckige, teilweise verschimmelte und mit Maden volle Geschirr zu waschen. Kaum vorstellbar, aber das dreckige Geschirr lagert teilweise über eine Woche, bevor es Gewaschen wird…Aber wie war das noch gleich? Vom Tellerwäscher zum Millionär? Let’s go 😀

Zu Beginn im November und Dezember war High Season und wir konnten entsprechend sehr viele Stunden arbeiten, was sich leider nach Weihnachten geändert hat. Wir hatten in letzter Zeit doch einige freie Tage, was wir aber für den Camper Ausbau gut nutzen konnten. Außerdem haben wir aktuell bereits unseren dritten Job als House Sitter, wodurch wir kostenlos wohnen und entsprechend einiges sparen können. Als House Sitter muss man meistens auf Haustiere aufpassen, die nicht mit den Besitzern in Urlaub reisen können. Da wir Tiere lieben, kostenlos in einem Haus wohnen und teilweise sogar die Lebensmittel verwenden können, finden wir das Modell des House Sittens einfach perfekt.

Work Sydney

Da wir großer Fan des Campervan Lifestyle sind, war für uns schnell klar, dass wir uns in Australien unser eigenes kleines Haus auf Rädern bauen wollen. Wie bereits erwähnt, gestaltete sich jedoch die Suche nach einem geeigneten Van als recht schwierig, denn entweder waren die Fahrzeuge zu teuer, zu alt, hatten zu viele Kilometer oder sind beim Check in der Werkstatt durchgefallen. So dauerte es vier Wochen, bis wir nach unzähligen Besichtigungen endlich unseren Big John (in Anlehnung auf unseren Ford Econovan „Johnny“ aus Neuseeland), einen Ford Transit gefunden hatten. Der Van hat uns sofort gefallen, die Größe war perfekt (Xenia kann sogar stehen) und beim Fahrzeugcheck gab es auch keine größeren Mängel.

Doch erst nach dem Kauf ging die eigentliche Arbeit los, denn wir mussten den leeren Van in einen Campervan verwandeln. Aber wie geht das eigentlich? Diese Frage haben wir uns natürlich auch gestellt, denn wir haben keinen handwerklichen Beruf, noch würden wir uns als sonderlich begabt in diesem Bereich bezeichnen. Wir hatten aber durch diverse YouTube Videos sowie Bilder aus den sozialen Netzwerken unseren Traum-Van im Kopf und uns so nützliche Infos rund um den Ausbau geholt. Ohne große Planung (wir sind an unseren Zeichen-Fähigkeiten gescheitert :D) haben wir uns von dem Bettgestell hinten im Van über den Sitzbereich bis nach vorne zur Küche gekämpft. Es hat riesigen Spaß gemacht den Van selbst zu gestalten und immer wieder spontan neue Ideen umzusetzen. Natürlich war auch das ein oder andere Mal fluchen angesagt, da ohne konkreten Plan auch mal das ein oder andere nicht so passt oder funktioniert wie gewünscht.

Camper

Nach zwei Monaten Umbauphase nähert sich unser Bauprojekt dem Ende entgegen, es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten wie Lattenrost, Matratze, Ablagefächer, Deko usw. Natürlich haben wir nicht die ganze Zeit am Van gearbeitet, da wir noch unserem „Hauptberuf“ nachgegangen sind und die Zeit nach Feierabend, an Wochenenden oder freien Tagen für den Ausbau genutzt. Entsprechend waren die letzten zwei Monate definitiv anstrengend und stressig, wir waren in dieser Zeit lediglich einmal in der Innenstadt. Dafür ist die Freude und der Stolz jetzt umso größer die Idee vom Traum-Van in die Realität umgesetzt zu haben und bald in unserem selbst gebauten Haus auf Rädern „on the road“ zu sein. Seid ihr mit dabei?